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Das Kinderbuch der Woche: „Das Kleine“

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Ab heute 52 Mal.

Während in Frankfurt am Main die Buchmesse stattfindet, stellen wamiki und Gabriela Wenke das „Kinderbuch der Woche“ vor: Es ist ein herausragendes Bilderbuch aus dem österreichischen Verlag Jungbrunnen, der es immer wieder wagt, Bücher zu veröffentlichen, die nicht den Mainstream bedienen. Das „Buch der Woche“ heißt „ Das Kleine“, illustriert von der Argentinierin Isol, und manche Erwachsene mögen rätseln, für welches Alter es gedacht ist. Der Verlag sagt: ab 4 Jahren.
Immer, wenn Bilderbücher auch Erwachsene entzücken, weil Strichführung wie Text begeistern, taucht die Frage auf: Ob das Kindern gefällt? Seit Jahrzehnten antwortet Gabriela Wenke: Ja!

Natürlich muss so ein Buch nicht allen Kindern gefallen. Und nicht allen Erwachsenen. Ganz davon abgesehen, dass Erwachsene und Kinder nicht unbedingt das Gleiche berührt, denn: Jeder Mensch – wie alt oder jung er auch sei – hat seine eigene Lesart. Aber die Ankunft eines Kindes in einer Familie, in der man es so freudig und voller Neugier willkommen heißt wie in „Klein“, dieses Wunder berührt tatsächlich alle.
Überzeugen Sie sich – Sie finden unstenstehend die Rezension und übrigens auch in der aktuellen Ausgabe von wamiki (4/2018). Das Buch gibt es in Ihrer Buchhandlung. Oder man bestellt es dort für Sie.
Zurück zum „Buch der Woche“: Meist wird es sich um Neuerscheinungen handeln. Aber manchmal lohnt auch der Rückgriff auf vergangene Jahre, findet Gabriela Wenke, die das jeweilige Buch auswählt. Sie war Mitglied in zahlreichen Jurys und entscheidet nun allein. Das traut sie sich zu, weil sie viel Erfahrung mit Kinderliteratur hat. Urteilen Sie in den nächsten zwölf Monaten selbst, ob Sie – und die Kinder – mit Gabriela Wenkes Empfehlungen zufrieden sind.
Die Wamikis und Gabriela Wenke sind gespannt auf Ihre Reaktionen und freuen sich, wenn Sie die Bücher mögen.

Und hier Gabrielas erstes Buch der Woche:

Vom Auf- und In- die-Welt-Kommen

Bilderbuch

Wenn eine Ausnahmekünstlerin wie ISOL ein Buch über die Ankunft eines Kindes in der Welt malt und schreibt, dann wird das kein Babybuch. Es erzählt vom Anfang eines Menschen und zeigt völlig kitschfrei, wie ein „Kleines“ vom Himmel fällt. Mama und Papa haben alle Hände voll zu tun, um es nicht fallenzulassen. Es schreit, und das ist gut so, damit alle merken: Es ist da. Alle staunen, als wäre es das erste seiner Art: so winzig, so perfekt, so geheimnisvoll, wie es da durch die Luft zu schwimmen scheint.

Von der ersten Zeit eines solchen „Kleinen“ wird so berichtet, dass kleine und große Leser sich zu erinnern scheinen, wie das war, in die Welt zu kommen. Mit sanfter Ironie und herzlichem Humor überlegt ISOL, ob das „Kleine“ am Anfang seiner Reise wusste, wohin es wollte: Wir sehen, wie es an einem Steuerrad im Bauch der Mutter sein Ziel avisiert.

Doch die Erinnerungen an das Vorher sind aufgehoben, als das „Kleine“ ankommt. Wir erfahren, wie es die Welt sieht und wie die Welt es sieht. Zum Beispiel hat es wunderbarerweise zwei Zipfel an den Seiten des Kopfes – wie Antennen, die Geräusche transportieren. Das ist ebenso aufregend wie das Trinken und Pinkeln, das Schauen und Rülpsen, das Kotzen und die Kackfee, vielleicht eine Schwester der Zahnfee.

Das eine „Kleine“ bleibt nicht allein – es gibt viele „Kleine“. Sie sind unterschiedlich, bringen andere zum Lächeln und weinen mit, wenn andere weinen. Man kann ihnen nichts vormachen. Sie bekommen unendlich viel mehr von ihrer Umgebung mit, als die „Großen“ merken.

Das Buch ist eine Liebeserklärung an das „Kleine“ und dadurch auch an die Menschen, die sich aufmerksam auf es einlassen und ihr „inneres Kind“ wiederentdecken. Dieses „Kleine“ in jedem Erwachsenen – dargestellt durch blaugestrichelte Figuren –, macht es den neuen „Kleinen“ leichter, sich in der Welt wohlzufühlen.

ISOL kann auch bittere Geschichten erzählen. Aber in diesem Buch, das man allen werdenden Eltern überreichen sollte, feiert sie auf feine und sensible Weise das Wunder, das jedes Kind ist, und ist überzeugt, dass die „Großen“ noch Erinnerungen an das Kleinsein haben. Kindern sagt das Buch: Auch du bist so ein Wunder, das auf diesem Planeten landete. Auch du wirst gebraucht und geliebt.

In einfacher Sprache, mit kurzen Sätzen erzählt ISOL von alltäglichen Beobachtungen. Krakellinien mit gedoppelten Umrissen geben den Bildern etwas zart Zittriges. Die wenigen Farben auf einem Packpapier-Hintergrund verleihen den Aussagen hohe Emotionalität.

Da das Titelbild das kühlste Bild von allen ist, sollte man das Buch unbedingt aufschlagen. Lässt man sich von den anrührenden Szenen führen, wird man feststellen: Das ist große, originelle Bilderbuchkunst.

Michael Kobbeloers Fragen zur Natur

Welchen Sinn hat eine Mücke in Ihrem Schlafzimmer?

Was hat die Natur Ihnen zu verdanken?

Welches Naturgesetz wäre in der Pädagogik sinnvoll?

Welche Werte hat die Natur?

Wie genau sieht der Klimawandel in Ihrer Einrichtung aus?

Wenn die Natur weinen oder lachen könnte – worüber?

Welchen Fehler würde die Natur niemals zugeben?

Wann haben Sie das letzte Mal mit einem Baum gesprochen?

Wie wird die Natur in 50 Jahren aussehen?

Wo gibt es ein Benutzerhandbuch für die Natur?

Was an Ihnen ist noch Natur?

In welcher Hinsicht ist die Natur eine Enttäuschung?

Gibt es etwas Sinnloses in der Natur?

Wie viel Natur ist noch natürlich?

Glauben Sie, dass Sie der Natur etwas schulden?

Wie lautet der erste Satz, mit dem Sie die Natur über den Klimawandel informieren?

Wann haben Sie das letzte Mal den Sternenhimmel länger als 30 Sekunden betrachtet?

 

Weitere Fragen findest Du in unseren wamiki-Ausgaben

 

Naturverhältnisse #wamiki 3/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ist Dein Verhältnis zur Natur?

In diesem wamiki-Heft laden wir Dich ein, über unsere Beziehungen zur Natur nachzudenken. Es ist interessant und führt weiter, sich dieser Beziehungen mit Fragen zu widmen, die sonst für zwischenmenschliche Relationen gedacht sind: Führst Du eine feste Beziehung mit der Natur? Oder bevorzugst Du gelegentliche Flirts mit umso mehr Herzklopfen? Vergötterst Du die Natur? Oder siehst Du auch ihre Schattenseiten? Willst Du ihr nach jahrelanger Ferne wieder näher kommen? Zurück zur Natur?

Was erwartest Du von Deiner Beziehung? Soll Dich die Natur im Innersten berühren, Dir beim Auftanken helfen und Dich mit ihrer Schönheit bezaubern? Oder hast Du eher das Gefühl, von der Natur gebraucht zu werden, weil sie ohne Deine Hilfe immer mehr in die Schieflage gerät? Glaubst Du, sie retten zu müssen – oder denkst Du, sie käme ohne Dich und all die anderen Menschen vielleicht viel besser klar?

Betrachtest Du Dich als einen Teil der Natur, sozusagen als ein Familien­mitglied? Oder siehst Du uns zivilisierte Wesen, die angesichts der Digitalisierung immer mehr in virtuelle Welten abtauchen, eher als verlorene Söhne und Töchter?

Welche Rolle spielen Kinder in Deiner Beziehung? Findest Du, dass man die Kleinen vor der Natur schützen muss, weil sie in all ihrer Rohheit und Unberechenbarkeit kreuzgefährlich werden kann? Oder denkst Du, dass sie die eigentliche Pädagogin, eben ein Naturtalent und uns stets überlegen ist – auch im Waldkindergarten?

Fragen, auf die es natürlich viele Antworten gibt. Wir stellen sie trotzdem – aufgrund unserer Pädagogen-Natur – und warten auf Deine Antwort.

Deine wamikis

 

Und hier gehts zur aktuellen Ausgabe unserer Fachzeitschrift wamiki

Bilderbuchkunst: Das Z zerplatzt!

Kaum zu glauben, aber es gibt sie wirklich!
Es gibt Bilderbücher, die sich ausgesprochen redlich um die Vermittlung des Alphabets bemühen und trotzdem spannende Geschichten erzählen — bis zur letzten Seite. »Das Z zerplatzt« von Chris van Allsburg ist so ein Bilderbuch, das jeden einzelnen Buchstaben aufführt, aber auf keiner Seite Spannung, Überraschung und Witz einbüßt.

Wir haben Prof. Dr. Kirsten Winderlich in der grund_schule der künste der UdK besucht. Sie stellt uns das Buch vor:

Schreib doch mal! #wamiki 2/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

erinnere Dich, wie Du genau das wurdest – Leserin oder Leser?
Hast Du die Welt der Schrift begeistert und aus eigenem Antrieb erobert?
Hast Du vielleicht schon lange darauf gewartet, das Geheimnis der Buchstaben endlich lösen zu können? Oder warst Du gar nicht scharf auf Buchstaben, sondern auf Zahlen?

Wie war das mit dem Schreiben? Kam es vor dem Lesen zu Dir?
Merktest Du, dass Dir plötzlich eine neue Sprache zugänglich wurde, um etwas von Dir zu erzählen? Hast Du sofort Zettel mit Krakelbuchstaben gefüllt, um den ersten Brief zu verfassen? Oder erinnerst Du Dich an mühsames, sinnlos erscheinendes Üben sonderbarer Zeichen, von deren Bedeutung Du nichts wissen wolltest?

Wie ging es weiter? Hast Du Dich nach anfänglichem Fremdeln mit dem Schreiben versöhnt? Oder ist der dem Anfang innewohnende Zauber längst der Ernüchterung gewichen? Ist Schrift für Dich kreatives Ausdrucksmittel – oder eher das, was man in Dokumentationsbögen und Eltern-Mails eingeben muss, statt miteinander zu sprechen? Hast Du andere Sprachen entdeckt, mit denen Du Dich klarer, persönlicher, ehrlicher und deshalb lieber ausdrückst?

In dieser wamiki-Ausgabe widmen wir uns dem Thema „Schreiben“ mit seinen vielen Facetten. Als Zeitschriften-Leute tun wir das natürlich, indem wir darüber schreiben und Dich zum Lesen einladen.
Obwohl wir gern schreiben und diese Begeisterung teilen möchten, dämmert uns doch, dass es nur eine von vielen Möglichkeiten ist, einander Gedanken und Gefühle mitzuteilen.

Lass uns also schreiben, sprechen, singen, malen oder vielsagend schweigen.

Deine wamikis

Erde auf dem Feld – Erde auf dem Dach


Preview des Dokumentarfilms von Donata Elschenbroich, Petra Larass und Otto Schweitzer am 27. April um 17.00 Uhr im ACUD Kino, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin

Erde! Ein „Unterrichtsgegenstand“? In Westbengalen?
Ein Wissen über die Erde, den Boden, unsere Lebensgrundlage, entwickeln Kinder nicht von selbst, auch dann nicht, wenn sie in den indischen Dörfern nah am Boden leben. Das Wissen, das heute in den Augen ihrer Eltern zählt, ist allein das schulische Wissen. Und in den Megacities gibt es auf den versiegelten Böden für die Kinder keinerlei Erfahrung von organischem Wachstum.
Auch in Indien wie in anderen Gesellschaften weltweit ist „nachhaltige Entwicklung“ zu einem alternativen Bildungsziel geworden.
Die Dokumentarfilmer Otto Schweitzer und Donata Elschenbroich sind 2017 zusammen mit Petra Larass den engagierten Pädagogen gefolgt in die Grundschulen und Jugendclubs der Dörfer in Westbengalen. Sie konnten umweltpädagogische Projekte von eindrucksvoller Qualität beobachten – Grundschüler, die Herbarien anlegen von in ihrem Nährwert unterschätzten „Unkräutern“,  und statistische Erhebungen durch Jugendliche in ihren EcoClubs zum Klimawandel und zur Ökologie ihrer Dörfer. Und auch in der Megacity Kalkutta bemühen sich Lehrer, den Kindern in ihrem survival of the fittest eine sinnliche Erfahrung zu ermöglichen mit einer Handvoll Erde: Wurzeln, Pflanzen, auf den Dächern der Slumschulen.
Im Anschluss an den Film, 45 Minuten, wird Ralf Tepel, Vorstand der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, die den Film maßgeblich unterstützt hat, für Fragen zur (Bildungs-) Arbeit der Stiftung in Indien zur Verfügung stehen.
Und nach Rückmeldungen aus dem Publikum freuen wir uns auf Gespräche bei Brot & Wein im Garten vom ACUD Kino.
Wenn jemand mit dem Film arbeiten möchte, in der Schule, in umweltpädagogischen Projekten: Wir haben von der Erstauflage noch einige DVDs, die wir dafür gern zur Verfügung stellen.
Herzlich
Petra Larass und Donata Elschenbroich

wamiki-Tipp: Die Neuauflage des Filmes erscheint im 1. Halbjahr 2018 bei wamiki, gemeinsam mit 21 Filmen aus 21 Jahren in der Reihe: WELTWISSEN in Familie, Kindergarten und Schule. Von Donata Elschenbroich und Otto Schweitzer.

Mein Buch – Sprachen lernen durch Bilder

[vc_row][vc_column][vc_column_text]MEIN BUCH – DEIN BUCH

MEIN BUCH, das Sprachbildungsbuch für Kinder, ist ein Bilder-, Mal-, und Zeichenbuch für Kinder, die die deutsche Sprache sprechen und schreiben lernen. Es besteht u.a. aus drei Heften, Papieren, Gummis zum Binden und einer Schachtel.

MEIN BUCH regt über Bilder an, ins Erzählen und Schreiben zu kommen, es verlockt zu Spiel und Experiment mit Bild, Buchstaben und Wort und bringt Kinder, mit allem, was sie bewegt, zur Sprache.

Kinder zwischen fünf und zehn Jahren können darin Bilder, Dinge-Mappings, Buchstaben, Wörter und Anfänge von Geschichten entdecken. Diese wollen weitergezeichnet, erzählt, erfunden, gesammelt … werden. Die Kinder können mit Stiften, Farbe, Schere, Klebstoff, Papieren und auf viele Arten mehr MEIN BUCH in ihr persönliches Buch verwandeln, es nach Belieben erweitern und individuell gestalten.

MEIN BUCH gilt als Leuchtturmprojekt in der ästhetisch-künstlerischen Sprachbildung. Eine Sprache zu lernen heißt auch, etwas in dieser Sprache zu sagen zu haben. Das bedeutet, Wahrgenommenes, Erlebtes und Erfahrenes in seiner Vielfalt und Dichte auszudrücken und sich darüber mit Anderen auszutauschen. Eine ästhetisch-künstlerische Sprachbildung fördert in diesem Sinne das Wahrnehmen und Imaginieren. Sie gibt Kindern Raum für das Spielen und Experimentieren mit Sprache. Sie ermöglicht ihnen, Sprache zu gestalten.

MEIN BUCH wurde in der grund_schule der künste der UdK Berlin gemeinsam mit vielen Kindern und in Kooperation mit wamiki entwickelt und mit Unterstützung von LYRA realisiert. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie stellt MEIN BUCH über 12.000 Kindern kostenlos zur Verfügung.

 

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Fotos von der feierlichen Übergabe der ersten 12.000 Exemplare an Berliner Schulkinder
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Rezensionen zu MEIN BUCH

von Jens Thiele in »1001 Buch. Das Magazin für Kinder-und Jugendliteratur«

hier nachlesen:

von Margit Linsmann-Dege in »ärztin«, der Zeitschrift des Deutschen Ärztinnenbundes e.V.

hier nachlesen:

 


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Bild(ungs)prozesse

Die Idee hinter „Mein Buch“ ist es, die Imaginationsfähigkeit der Kinder über Bilder anzuregen und sie dabei zu unterstützen, ins Erzählen und zur Sprache zu kommen. Damit ist „Mein Buch“ auch als ein Gegenentwurf zu gängigen Schulbüchern und Lehrwerken zu verstehen, in denen das Bild häufig nur eindimensional illustriert, was der Text an Inhalten und Informationen vermitteln soll.

Welches Imaginationspotenzial steckt in „Mein Buch“? Und wie antworten Kinder auf einzelne Bilder und Bildgeschichten? Wie schaffen sie dabei eigene Bilder und kommen zur Sprache?

Ein Beitrag von Prof. Dr. Kirsten Winderlich.


hier nachlesen:

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MEIN BUCH und Handreichung bestellen

Weitere Exemplare von MEIN BUCH sowie
die Handreichungen für pädagogische Fachkräfte gibt es hier:

 

MEIN BUCH (ISBN 978-3-945810-50-7)

BILDER BILDEN SPRACHE (ISBN 978-3-945810-49-1)

BILDER BILDEN (ISBN 978-3-945810-33-0)

 

oder als Sets:

Set 1: MEIN BUCH + Bilder bilden + Bilder bilden Sprachen (978-3-945810-51-4)

Set 2: 10 x MEIN BUCH (978-3-945810-52-1)

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„Da zu stehen“

Hunderte rote Bälle rollen und springen durch ein Bergdorf in Süditalien.
Niemand rennt den Bällen hinterher.
Was hat es damit auf sich? Fragt Lena den Aktionskünstler Daniel Kemeny.

(Dieses Video ist nur einen Monat sichtbar.)

 

Hallo Daniel. Vielen Dank, dass Du Dein Video mit uns teilst. Wie bist Du auf das Projekt gekommen und wie stehst Du zum Dorf, in dem das Video gedreht wurde?

Pietrapaola ist mein Heimatort, in dem ich 1981 geboren wurde. 2012 bin ich nach langer Zeit dort hingefahren, um mich um das Haus meiner Familie zu kümmern. Ich verbrachte viel Zeit im Dorf und realisierte, dass es ausstirbt.  Und dass niemand diese Prozesse dokumentiert. Von 1700 Einwohnern sind jetzt noch 180 übrig, meistens die älteren Leute. Also habe ich angefangen, das Leben im Dorf festzuhalten. Ich habe Sounds aufgenommen, auch künstlerisch gearbeitet, zum Beispiel Gedichte geschrieben und etwa 120 Stunden gefilmt.

Wie hast Du die Anwohner*innen überzeugt, mitzumachen?

Die Leute kennen mich alle. Auch noch als kleinen Jungen. Ich spreche ihren Dialekt. Sie kennen meinen Vater und mögen ihn, denn er hat vielen Menschen geholfen. Er hat zum Beispiel Briefe von Ausgewanderten übersetzt, weil er Deutsch sprach. Er hat einen guten Ruf. Deshalb haben auch alle Leute mitgemacht.
Die Leute hier haben ein anderes Verhältnis zur Kamera. Sie zeigen sich gerne. Sie sind stolz darauf, was sie tun. Auf ihre eigene Persönlichkeit, auf das, was sie tun. Landwirtschaft oder etwas mit Tieren. Sie kennen mich auch als Menschen, der Kunst macht, Installationen, der mit ihnen arbeitet. Oft verstehen sie auch nicht, was der Sinn ist. Aber das ist auch gut. Sie sind froh, wenn sie mich sehen. Denn auch, wenn ich komische Sachen mache, passiert irgendetwas. Da hat man was zum Reden, Schimpfen, Thematisieren. Es regt sich etwas.

Warum machst Du genau dort Kunst?

Für mich geht es um das Überleben des Dorfes und dieser Kultur. Ich erschaffe zum Beispiel visuelle Gedichte. Etwas Kreatives fehlt Menschen oft, wenn sie im Bau arbeiten oder in der Landwirtschaft. Das ist auch eine Methode, um aus dem Alltag und aus dem Sterben des Dorfes herauszukommen.

Und woher kommen die vielen Bälle? Was hat es mit ihnen auf sich?

Diese roten Bälle sind bei uns hier in Italien sehr berühmt. Fast jedes Kind hat so einen Ball, fast jedes Kind hat damit gespielt. Natürlich haben wir für den Film noch mehr rote Bälle gekauft.
Als ich ein Kind war, hatte das Spiel mit dem Ball immer ein Risiko: Den Ball zu verlieren. Wenn du einen Ball verlierst, musst du hinterherrennen. Wenn so ein Ball an dir vorbeirollt, heißt das, dass ihn irgendwer verloren hat.
Im Dorf bewegt sich aber niemand. Alle stehen und lassen die Bälle vorüberspringen.Ich wollte zeigen, dass Dinge verloren gehen, Verluste passieren. Wir stehen und bewegen uns nicht und schauen zu, wie unsere Dinge wegfließen. Und nicht nur ein Ball, es sind Massen. Es ist ein Massenverlust, eine kulturelle Auflösung.

Ich habe mich gefragt, was die Menschen wohl denken, während sie dort stehen und warten. Was hast Du ihnen gesagt?

Ich habe ihnen gesagt, dass ich ein Foto mache, so ein bisschen wie früher in den 50er Jahren die Familienportraits. Und sie haben gewartet. Sie warten immer auf etwas, ich weiß nicht worauf genau, wahrscheinlich darauf, dass etwas passiert. Irgendetwas. Es kommt meist nichts, aber sie warten trotzdem.Dann komme ich mit meiner Kamera und mache stundenlang Fotos. Das ist für die Bewohner*innen mittlerweile normal. Sie machen nichts Spezielles, es ist als ob ich überhaupt gar nicht da wäre. Zwei Stunden sagen die auch mal gar nichts. Das Dorf ist beinahe wie ein Material für mich, was ich nutzen kann. Ich kann in diese Gemeinde gehen und sagen: „Ich will das machen!“ und die Bewohner sagen „Ja, mach doch!“… Ich brauche keine Genehmigungen, es ist unkompliziert hier zu arbeiten, auch im öffentlichen Raum.

Was bedeutet das Spielen für Dich selbst und für Deine Kunst?

Spielen ist wie eine Liebe. Wenn man spielerisch ist, kann man ganz schnell zur Liebe kommen. Und wenn ich spielerisch die Welt anschaue, dann kann ich zu dieser Welt einen Bezug voller Liebe entwickeln. Wenn ich ganz ernst bin, mich konzentrieren muss und Dinge tun soll, die sich wiederholen, dann verliere ich ein bisschen die Liebe zur Welt.
Ich erfahre Flexibilität im Spiel, kann dadurch die Welt aus verschiedenen Perspektiven sehen. Spielen ist wie ein Bezug, der um mich herum überall in der Welt ist. Es ist eine Art, die Welt zu sehen und zu erleben.

 

Daniel Kemeny arbeitet als Bildhauer, Freier Künstler und Regisseur in Berlin, Lugano und Pietrapaola. Er hat in Pietrapaola eine Künstlerresidenz gegründet:  Abracalabra.it
Mehr Info: www.danielkemeny.com

 

 

 

„Mathe-Queens und Mathe-Kings“ im Mercedes-Benz Museum

Heute öffnet im Mercedes-Benz Museum die Mitmach-Ausstellung „Mathe-Queens und Mathe-Kings“ (bis 23. März 2018).
Die Museumspädagogin Susanne Ries freut sich schon, die Jüngsten auf eine spannende Entdeckungsreise in das Land der Mathematik mitzunehmen!
Sortieren, Muster bilden, Zählen, Formen unterscheiden: So werden im Handumdrehen aus Kindergartenkindern echte „Mathe-Queens und Mathe-Kings“.
Die Teilnahme ist für die 3- bis 6-jährigen Rechenkünstler kostenfrei.

Kontakt und Reservierung

Mercedes-Benz Classic Kontakt Center
Telefon: +49 711-17 30 000
Fax: +49 711-17 30 400
E-Mail: classic@daimler.com

Inklusion in der KitaPraxis. Band 5 ist da!

Nach dem großen Erfolg der ersten vier Bände unserer Buchreihe „Inklusion in der Kitapraxis“ erreichten den Verlag immer wieder Nachfragen, ob, wie und wann es denn eine Fortsetzung gäbe. Wir freuen uns deshalb sehr über den neuen Band „Die Kita vorurteilsbewusst leiten“, denn Inklusion in der Kita ist natürlich auch Aufgabe der Leitung: Sie sorgt für eine Kultur des Umgangs, in der Respekt für Unterschiede und klare Positionierungen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung erkennbar sind.

Die ersten vier Bände enthalten Praxisbeispiele und Prozessberichte aus vielen Kitas zur vorurteilsbewussten Gestaltung der Lernumgebung, zur Interaktion mit Kindern, zur Zusammenarbeit mit Eltern und im Team.

Im neuen Buch beschreiben zahlreiche Autor_innen fachlich fundiert, worauf es in der Leitungspraxis ankommt und auch in diesem Band sind wie bei den Vorgängern viele praxisnahe Beispiele enthalten. Sie stammen von pädagogischen Fachkräften, die an dem Projekt »Inklusion in der Praxis von Krippen und Kitas« teilgenommen haben.

Dieses Projekt, das von 2012 bis 2016 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, hatte neben der Implementierung des Ansatzes Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung© in vier Berliner Projektkitas zum Ziel, Publikationen vorzulegen, die Inklusion in der Kitapraxis veranschaulichen und anregen.

Die Fachstelle Kinderwelten als Service- und Transfereinrichtung zum Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung hatte in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg einen Kurs „Inklusion als Leitungsaufgabe“ entwickelt und durchgeführt, dessen Konzept während der Projektphase weiterentwickelt wurde. Dieser Kurs sowie Interviews mit Leiter_innen und zwei Expert_innen-Gesprächsrunden bilden die Grundlage für die Texte des Bandes. Sie beziehen sich zusätzlich auf ein Werk zum Leitungshandeln, das Louise Derman-Sparks, die Mitbegründerin des Anti-Bias Approach, 2015 veröffentlichte.

Ein Handbuch für die Fortbildung auf der Grundlage Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung ist derzeit im Entstehen und wird als sechster Band die Reihe abschließen.

Spielst du noch? #wamiki 1/2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

hast du heute schön gespielt? Kann sein, dass dir diese Frage nicht mehr gestellt wurde seit du in die Schule kamst. Und Erwachsene fragt man das sowieso selten. Sondern eher: Hast du heute was geschafft, bist du zufrieden damit?

Fühlt sich die Arbeit wie ein Spiel an, behält mancher das lieber für sich, um keinen Neid zu wecken: „Na, du hast’s ja gut. Und dafür kriegst du auch noch Geld!“

Hast du heute schön gespielt? Wer weiß, ob Kinder diese Frage noch genauso oft beantworten müssen wie früher. Manche sagen, dass die Einführung von Bildungsprogrammen im Kindergarten eine unerwünschte Folge hat: Der Wert des Spiels gerät aus dem Blickfeld der Gesellschaft. Oder: Der Wert des Spiels wird daran gemessen, wie viel Bildung es ermöglicht. Spiele sind für unsere Gesellschaft wertvoll, wenn sie heimlich Kompetenzen vermitteln. Ist das der Sinn des Spiels?

Hast du in der Pause schön gespielt? Auch in Bezug auf Spiel und Erwachsensein vollzog sich in den letzten Jahren ein gesellschaftlicher Wandel. Plötzlich hat es einen Wert, dass Erwachsene spielen – sogar einen messbaren.
Der Kicker im Pausenraum bei Google, Facebook und dem StartUp um die Ecke soll helfen, dass die Leute die Pause aktiv nutzen und sich dabei hip fühlen können. Die „du hast es geschafft“-Leiste bei der Online-Umfrage oder das Fernseh-­Gewinnspiel beflügeln unsere Kauflust. Wie bei den Kindern wird auch bei uns das Spiel ein Mittel zum Zweck. Ist es trotzdem gut, dass wir mehr spielen dürfen? Oder entfernen wir uns dadurch immer weiter vom zweckfreien selbstgewählten spielerischen Tun?

Wollen wir zusammen spielen? Auch unser Magazin gibt sich gern spielerisch, weil uns das Spielen Spaß macht. Am meisten mit vielen Mitspielern. Deswegen haben wir dieses Heft wie ein Spiel gestaltet. Mit oder ohne Spielfigur kannst du, lieber Leser, liebe Leserin, dich durch’s Heft bewegen und Spielaufgaben lösen. Ungewiss bleibt jedoch, ob du als erster das Ziel erreichst. Aber darum geht es in diesem Spiel ja nicht…

Viel Spielspaß wünschen deine wamikis