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Eure Antworten! # wamiki- Umfrage zum Thema Streiten

Wir fragten Euch im letzten Newsletter und in Ausgabe 4/2019, wann es sich lohnt zu streiten. Ihr habt mitgemacht bei unserer Umfrage. Hier kommt eine Auswahl Eurer Antworten:

1. Worüber lohnt es sich zu streiten?

  • Über Gerechtigkeit.
  • Über Gleichberechtigung.
  • Über Anerkennung.
  • Über Grundsatzfragen.
  • Über Bildungschancen für alle Kinder.
  • Für die praktische Umsetzung von Umweltthemen.
  • Für Qualitätsstandards in den Kitas.
  • Für die Haltung Inklusion.
  • Über Zusammenarbeit mit Familien.
  • Über Wege zu besseren Chancen für alle Kinder.
  • Über alles, was Unzulänglichkeiten, Ungleichbehandlungen, Unwahrheiten offen legt und Bewegung provoziert.
  • Über Konzepte, Einstellungen und Meinungen.
  • Es lohnt sich, unsere Erde zu verteidigen, inkl. Kinder und Tiere…

2. Und worüber nicht?

  • Über Geschmack.
  • Über Ordnung und Unordnung.
  • Über Geld.
  • Darüber, wer schuld ist.
  • ????
  • Über die Auswahl meines Brillengestells.
  • Über herrumstehende Kaffeebecher, oder vielleicht doch ein kleines bißchen?

3. Wann bereust Du es, einen Streit nicht geführt zu haben?

  • Wenn ich ihn aus Loyalität nicht geführt habe.
  • Wenn ein Thema immer wieder hochpoppt und ich/wir es sofort angesprochen habe/n.
  • Bei Themen, die mir unter dem Nagel brennen.
  • Wenn die Antwort „das ist eben so“ ist.
  • Wenn ich mich „voll labern“ lassen habe, mich ärgere und es nicht kund tue.
  • Wenn ich noch Tage danach allein weiter streite.
  • Wenn Kinder zurecht enttäuscht sind, weil ihnen niemand Bescheid gesagt hat. Denn das Bescheidsagen ist das Mindeste an Respekt. Wenn ich es später bemerke, tut es mir leid, dass ich mich nicht eingesetzt habe.

4. Wann bereust Du es, einen Streit geführt zu haben?

  • Wenn ich mich zu schnell angegriffen gefühlt habe.
  • Wenn es statt sachlich zu bleiben persönlich wird.
  • Wenn es verhärtete Fronten gibt.
  • Wenn Streit wegen Banalitäten geführt wurde.
  • Wenn mein Gegenüber nicht der richtige Adressat war.
  • Wenn ich mitten im Streit stehen gelassen werde.
  • Jeder Konsumstreit ist verschwendet. Meist haben meine Kinder diesen, doch steige ich dann mit in den Streit ein und das ist total doof, weil so was nie gerecht ist und immer überflüssig.

5. Was schadet in einem Streit am meisten?

  • Fehlender Respekt.
  • Wenn eine/r schweigt.
  • Wenn dem Partner nicht zugehört wird.
  • Persönliche Angriffe und Ungerechtigkeit.
  • Persönliche Verletzungen.
  • Gewalt.
  • Recht haben wollen.

6. Was muss passieren, damit ein Streit gut endet?

  • Einander Respekt zeigen.
  • Entweder einen Kompromiss finden oder in beidseitigem Einvernehmen zur Einsicht gelangen, dass kein Kompromiss möglich ist.
  • Gemeinsam nach einer Lösung suchen.
  • Konsens finden und sich versöhnen.
  • Fertig werden.
  • Einmal drüber lachen können!

Vielen Dank an alle, die bisher mitgemacht haben. Wer noch was auf Lager hat, kann unsere Umfrage in den Kommentaren gern beantworten.

Deine Wamikis
#Schön eiei machen

Kinderrechte konkret

Jedes Kind hat das Recht auf eine Kindheit. Das garantiert die UN-Konvention über die Rechte des Kindes, die am 20. November 1989 verabschiedet und von 195 Staaten ratifiziert wurde, auch von der Bundesrepublik Deutschland. Obwohl inzwischen viel erreicht wurde, bleibt mehr noch zu tun, auch in Deutschland.

Dies bewog die Mitglieder des Berliner Bündnisses „Willkommen KONKRET“, anlässlich des Jubiläums mit einer eher ungewöhnlichen Aktion darauf aufmerksam zu machen, dass die Kinderrechte unteilbar sind.

Da das Bündnis „Willkommen KONKRET“ sich vor allem für Kinder geflüchteter Familien einsetzt, stand fest, dass diese Kinder im Mittelpunkt einer Aktion stehen sollten, die die Öffentlichkeit über ihre Lage informieren und für ihre Belange sensibilisieren sollte. Doch welche Art von Aktion würde ihnen Aufmerksamkeit sichern, sie in ihrer Individualität und Persönlichkeit sichtbar machen? Wodurch könnte darauf aufmerksam gemacht werden, wie unterirdisch die Situation mancher Kinder ist, wie sehr sie auf ein Ankommen in dieser Gesellschaft und auf ihr Recht auf Bildung und Beteiligung warten?

Mit Puppen zu arbeiten, die quasi endlos unterwegs sein können, war eine verlockende Idee. Mitglieder des Bündnisses könnten die Puppen inkognito begleiten und beobachten, wie Menschen auf die „Kinder“ reagieren.

Der wachsende Kalender

Für alle Freund*innen des Gärtnerns… der wachsende Kalender ist ein Wand- oder Tischkalender, den Du einpflanzen kannst. Auf vielen Märkten kannst Du diesen sehr schönen und nachhaltigen Kalender erwerben:

Den wachsenden Kalender.

Jeder Monat beschreibt eine andere Blumen- oder Gemüsesorte, deren Samen in das Kalenderblatt eingearbeitet sind. Am Ende eines Monats reißt Du das Kalenderblatt heraus und pflanzt es ein. Dazu bietet Dir der Kalender wichtige Infos zum Einpflanzen und hält Witziges und Wissenswertes zur Pflanze bereit.

Es gibt zwei verschiedene Saatgut- Varianten: Die einfache Version für Anfänger, die immer gelingt, bietet der „Tausendsassa“. Fortgeschrittene können sich an die „Vergessenen Sorten“ herantasten. Auch toll als Impuls für eine Kindergarten- oder Schulgruppe. Wir haben uns ein Exemplar gesichert und werden 2020 wachsen wachsen wachsen!

 

 

wamiki- Umfrage: Streit

Streit: das bedeutet Ärger. Und Schimpfe von Mutti oder Vati.

Das ist aber kein Grund, für etwas nicht einzustehen und dafür nicht auf die Barrikaden zu gehen. Ohne Streit kein Streik: keine Tarife, kein Wahlrecht, kein gesetzlicher Zahnersatz, keine Fridays for Future …

Wer streitet, verlässt die Komfortzone und setzt sich mit der Sicht der anderen auseinander. Ich kann erst wirklich streiten, wenn ich eine eigene Meinung habe – und wozu ist Pädagogik da, wenn nicht dazu, ein eigenes Rückgrat zu entwickeln?

Warum also nicht mal streiten, nicht bis aufs Blut, sondern einfach für eine bessere Welt? Was denkst Du?
Mach mit bei unserer Umfrage. Wir freuen uns auf Deine Antworten!

Hier gehts zur Umfrage!

Deine Wamikis

#Schön eiei machen

66 x BNE – oder wie Ihr Eure Einrichtung nachhaltiger machen könnt

Das Fachforum frühkindliche Bildung beim Weltaktionsprogramm der Unesco hat sich den Kopf zerbrochen, wie man Einrichtungen nachhaltiger machen kann.

Und deshalb hat es Qualitätsanforderungen und Praxisindikatoren entwickelt. Diese können eine Grundlage für die Fortschreibung der Qualitätsmanagementkonzepte der Träger von Kindertageseinrichtungen und der Trägerverbände sein. Die darin vorgestellten Qualitätsanforderungen und Praxisindikatoren sind im Sinne eines Referenzrahmens auch für die Weiterentwicklung der Bildungspläne geeignet.

Hier findet Ihr die Originalpapiere

Ethisches Leitbild

Basispapier

wamiki hat für Euch das Ganze in Spielkarten übersetzt.
Notwendige Veränderungsprozesse sind darin farblich nach drei Bereichen sortiert:

Rot für Führungsprozesse.
Grün für Kernprozesse.
Und Blau für Unterstützungsprozesse.

BNE Karten von wamiki.de - Vorderseite BNE Karten von wamiki.de - Rückseite

Gemeinsam im Team könnt Ihr Euch 66 Fragen stellen und zusammen überlegen, WAS Ihr WIE in Eurer Einrichtung nachhaltiger gestalten und verändern wollt. Schritt für Schritt. Jede dieser 66 Karten beinhaltet auf der Vorderseite einen Baustein und eine Anforderung. Auf der Rückseite findet Ihr die passende Frage, die Praxisindikatoren. Stellt sie Euch im Team und überlegt, in wie weit diese bereits zutrifft und welche Schritte Ihr als Team unternehmen möchtet, um die Einrichtung nachhaltiger zu gestalten.

Und so gehts: Ladet Euch das PDF zum Spiel herunter. Hier klicken.
Für den Druck in 100 Prozent, beidseitig, eignet sich Papier in 100 bis 120 g Stärke. Nun entlang der Schneidelinien die Karten trennen, sortieren und lospielen!

Wir freuen uns auf Euer kritisches Feedback und Eure Geschichten, was diese Karten bei Euch angestoßen haben.

 

BNE Karten von wamiki.de - Beispiel Führungsprozesse

 

Das ist ja der Waaaaahnsinn! Die Kuh in Thurnau

Kaum war sie aufgebaut, wurde die „Kuh im Kühlschrank“ feierlich in Betrieb genommen und losgespielt. Beim Abbauen kommen Lena und Katja Pfautsch von der AWO Kindertagesstätte Limmersdorf Lindennest kurz zusammen und erzählen…

Lena: Wie waren eure letzten 14 Tage?
Katja: Wir haben wirklich ganz viel mit den Kindern gespielt. Wirklich jedes Kind ist hier mit einem lachenden Gesicht hinausgegangen. Die Kinder haben durch ihr eigenes Tun so viel ausprobiert und gelernt. Und so viel Freude gehabt, also das ist der Waaaaaahnsinn! … Die Lieblingsecke der Kinder war die Küche: Sie haben vier Kilo Kaffeebohnen in 14 Tagen gemahlen! Ein Kind wünscht sich jetzt von seiner Oma eine Kaffeemühle zu Weihnachten. Und natürlich die Kanalisation! Ich danke euch, dass ich die Erfahrungen machen konnte. Und ich danke auf jeden Fall der Gemeinde Thurnau. Und meinen Kolleginnen, die das mit mir zusammen möglich gemacht haben.
Lena: Wir danken auch, dass wir zu euch kommen konnten. Und freuen uns schon auf das nächste Jahr mit euch.

 

Kinderzimmer der Kuh im Kühlschrank in Thurnau
Kinderzimmer der Ausstellung „Die Kuh im Kühlschrank“ in Thurnau

 

Die Kuh selbst ist übrigens auch ein bisschen spaziert, um sich im malerischen Thurnau umzusehen…

Das Schloss ist riesig! Und hat mal zwei Familien gehört…

Es hat eine direkte Verbindung in die Adelsloge der Kirche.

Die Damen und Herren der feinen Gesellschaft durften ganz oben Platz nehmen.

Fachtag in Babelsberg mit „Pädagogika“

Vor einem Jahr haben Erzieher*innen bei Pädagogika pädagogische Handlungsleitlinien entwickelt, wie sie mit alltäglichen Schlüsselsituationen in der Kita umgehen möchten. Am 15. und 22. November ziehen sie Resümee.
Einen Tag vorher dürfen wir in den edlen Räumen Teile unserer Ausstellung: „Little Pädagogien“ aufbauen. Nein, besser: einbauen! Schwerpunkt sind neben Methoden die heimlich gelebten pädagogischen Konzepte früher und heute.  Und morgen? Nicht zu vergessen die Uralt-Rituale: Schlafwache, Kostehäppchen, die „Hand von hinten“… pädagogische Monologe … Bevor wir loslegen, machen wir uns auf der Toilette „frisch“. Und sind entzückt. Das Team hat darin alltägliche Toilettensituationen schon mal vorgebaut. Wir fühlen uns gleich wie Zuhause!
Vielen Dank, liebes Pädagogika-Team, für diese Einblicke.
Wie „Pädagogien“ auf unserer Ausstellungstour genutzt und von seinen Bewohner*innen weitergebaut wird, zeigen wir Euch demnächst im Jahresrückblick von wamiki.

 

 

        

Ins Museum! – Museumskarten

Ins Museum! Museumskarten im Set und ausgepackt

Ins Museum!

So heißt das neue Projekt der grund_schule der künste der UdK Berlin in Kooperation mit wamiki, dem pädagogischen Fachverlag.

Dass Kinder unabhängig von Kultur und Herkunft eine Schwelle zu überwinden haben, um in die institutionelle Museumslandschaft einzutreten, ist bekannt. Vorformuliert und streng sind die Regeln für junge Besucherinnen und Besucher und entsprechend vorbereitend die bekannten Museumsführer. „Nicht berühren und bewegen!“ steht gefühlt an allen Objekten und Wänden.

Kirsten Winderlich und Mark Lammert wollten Zugänge trotz zu respektierender Regeln schaffen und eine andere Form der Vermittlung im Museum initiieren: Das Museum als Raum an sich ist spannend und es lohnt sich entsprechend „vor Anker“ zu gehen. Der Bildende Künstler und die Kindheitsforscherin entwickelten in Kooperation mit wamiki Leporellos im Bild der Karte.

Das Besondere dieser Leporellos ist:

Die gefalteten Karten widmen eine Seite den Expert*innen, exklusiv den jeweiligen Museumsdirektor*innen, die sie mit Hilfe ihrer eigenen Handschrift zum Sprechen bringen. Die andere Seite der Leporellos bleibt frei für die eigene Rezeption respektive für den eigenen Ausdruck der Kinder  – gewissermaßen blanko für Unerwartetes.

Die Museumskarten verführen in insgesamt acht Museen in Berlin einzutauchen und einen ganz eigenen Weg zu finden.
Sie sind Objekt und Medium, Landkarte und Tagebuch zugleich.

Ins Museum!
Acht Berliner Museumskarten und eine Museumskarte blanko.
Mit Beiträgen von Museumsdirektor*innen für Kinder.
In Kooperation mit der grund_schule der künste der UdK Berlin und wamiki.
Kirsten Winderlich / Mark Lammert
ISBN 978-3-945810-90-3
9,90 Euro
www.wamiki.de

hier direkt bestellen

 

 

Das Kinderbuch der Woche: Jede Frage ein Vers

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurter Buchmesse 2019!

 

Fragen an die Welt, zum Beispiel „Wie groß ist ein Schwarm Fische?“ oder „Ist morgen immer ein neuer Tag?“, werden auf zauberhafte, nachdenkliche, humorvolle Art beantwortet – und zwar in Versen voller Poesie, Humor und Schabernack, also eher nicht sehr naturwissenschaftlich. Schließlich geht es, so der Unter-Titel, um „Fragen, die nach einem Vers verlangen“, „nach einem Gedicht, einem Gemälde“, nach etwas, das „verspielt um sie kreist“. Die Antworten sind verblüffend, die Illustrationen voller Zauber und Pfiff. Sie erzählen ihre eigene Geschichte in wunderschönen, kräftigen Farben.

Dies ist ein Buch für kleine Philosophen, die manchmal selbst dichten, geheimnisvolle Bilder aufs Papier zaubern und Fragen haben, „die nach einem Vers verlangen“. Es kommt aus einem ganz besonderen, sehr kleinen Verlag – rieder bücher –, der immer wieder Titel veröffentlicht, die in mehr als einer Hinsicht aus dem Rahmen fallen.

Wer Fragen stellt wie „Kann man tiefer schlafen als das Meer?“, wird sich auch Zeit für poetische Antworten lassen. Denn dieses Buch verlangt vom Kind wie vom Vorlesenden oder Mitlesenden ein wenig Muße und genügend Aufmerksamkeit, um die kunstvoll gestalteten Doppelseiten zu erschließen.

Bevor ein Kind die Verse selbst lesen kann, wird es wohl eher acht oder neun Jahre alt sein. Aber mit einer Vorleserin oder einem Vorleser kann es schon ab sechs Jahren Freude haben an den Gedichten und kunstvollen Bildern. Um mit mehreren Kindern oder größeren Gruppen in die Gedankenwelt der Bette Westers und die fantasievollen Bilder von Sylvia Weve einzutauchen, kann man eine Doppelseite vergrößern.

 

 

 

Das Kinderbuch der Woche: Wo ist der weiße Löwe?

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurter Buchmesse 2019!

 

Bilderbuch

Weiß wie eine Wand zu sein, das hat bei diesem Schneelöwen eine besondere Bedeutung. Kunstvoll setzt Richard Jones die Idee des „unsichtbaren Freundes“ um: Ein großer Löwe, der vor dem Weiß der Wände im neuen Haus nicht sichtbar ist, wird vor einem Hintergrund in warmem Rot zu einem sanftmütigen, weißen Freund, den nur Cora sehen kann. Sie ist allein mit ihrer Mutter in das leere Haus auf dem Berg gezogen.

Einen Freund kann Cora in der neuen Umgebung gut gebrauchen. Von morgens bis abends spielen die beiden zusammen. Doch als Kinder sie am Fenster entdecken, wendet Cora sich ab. Und als der Löwe sie hinaus zur Rutsche schickt, will sie lieber bei ihm bleiben. Da sagt er, dass er noch da sein wird, wenn sie wiederkommt. Also geht Cora hinaus in die Welt, lernt Kinder kennen und spielt mit ihnen. Schließlich lädt ihre Mama alle Kinder zu einer Malerparty ein, und das Haus wird bunt und bunter. Am Abend ist der Löwe mit all dem Weiß verschwunden.

Als Cora aus dem Fenster blickt, sieht sie, dass es schneit. Wenn sie ganz genau hinschaut, erkennt sie draußen auf dem verschneiten Hügel den Schneelöwen. Er verabschiedet sich und tröstet sie damit, dass sie ja weiß, wo sie ihn finden kann.

Sie weiß es. Das zeigt die letzte Seite, auf der man im Wolkenweiß des Sommerhimmels die schwarze Nase des Löwen finden kann und bei genauem Hinsehen sogar den ganzen Löwen.

Erzählt wird nicht allein die tröstliche Geschichte vom unsichtbaren Freund, den nur das Kind sehen kann, das ihn braucht, sondern auch die Bildgeschichte vom genauen Hinsehen, das Suchspiel nach dem weißen Löwen, ist beim Anschauen und Vorlesen spannend und sehr zu empfehlen für Kinder, die Freunde brauchen.

 

 

Das Kinderbuch der Woche: Mädchen so und Jungen so

Bücher für Kinder von null bis zu zwölf Jahren und für ihre Erwachsenen – von Gabriela Wenke empfohlen. Jeden Donnerstag bis zur Frankfurter Buchmesse 2019!

Dieses Bilderbuch macht Spaß!

Der Ich-Erzähler hat nämlich nicht nur eine neue Freundin – Pina, das schönste und schlauste Mädchen im Kindergarten –, sondern auch eine neue Sicht auf die Welt. Die hat er von Pina, deren Eltern „verrückte Künstler“ und nicht immer da sind, um auf ihr Kind aufzupassen.

Die Mama des Ich-Erzählers findet Pina nicht verrückt, sondern forsch und wünschte sich ihren Sohn auch so. Aber dass er seine neuen Lieblingsfarben Rot, Pink, Violett und Rosa nun dauernd tragen muss, verursacht ihr Herzrasen.

Der Papa hingegen wirkt wie erlöst, weil die Farbenordnung – Mädchen so und Jungen so – aufgehoben ist, denn er leidet darunter, dass er jeden Tag in einem grauen Anzug zur Arbeit gehen muss, obwohl seine Lieblingsfarben Grün und Blau sind. Aber: Grün und Blau „trägt nur Kaspars Frau“, heißt es. Deshalb trägt der Papa bloß immer grüne und blaue Socken.

Doch die Änderung althergebrachter Regeln ist nicht leicht. So behauptet zum Beispiel Eddies Vater, dass Mädchen nicht Fußball spielen dürfen, dass Jungen, deren Lieblingsfarbe Rosa ist, schwul werden und dass deren Eltern dann schuld daran sind. Das bringt Mama so auf die Palme, dass ihr Sohn fürchtet: Gleich kriegt sie einen Herzinfarkt.

Natürlich weiß Pina, was schwul ist: Wenn Männer sich küssen. Papa küssen gehört nicht dazu. Also verschieben die Kinder die Entscheidung, ob sie schwul werden wollen, auf später und zeigen den Papas schon mal, dass man mit Mädchen wunderbar Fußball spielen kann und dass die Erzieherin einen ausgezeichneten Torwart abgibt.

Die federleicht erzählte Geschichte rückt – mit comichaften, sehr beweglichen Strichmännchen und skurrilen Ideen – die Ansichten einiger altmodischer Eltern zurecht. Wer will, kann die angerissenen Probleme natürlich mit den Kindern besprechen, doch in einer einigermaßen liberalen Umgebung auch darauf vertrauen, dass Kinder ansprechen, was sie wissen wollen, und spielen, was sie beschäftigt.